Bags' Groove Miles Davis

Cover Bags' Groove

Album Info

Album Veröffentlichung:
1957

HRA-Veröffentlichung:
18.12.2015

Label: Universal Music

Genre: Jazz

Subgenre: Hard Bop

Das Album enthält Albumcover Booklet (PDF)

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  • 1Bags' Groove (Take 1)11:16
  • 2Bags' Groove (Take 2)09:24
  • 3Airegin05:02
  • 4Oleo05:14
  • 5But Not For Me (Take 2)05:46
  • 6Doxy04:55
  • 7But Not For Me (Take 1)04:37
  • Total Runtime46:14

Info zu Bags' Groove

Es gibt eine Vielzahl von Gründen, aus denen heraus 'Bags’ Groove' ein Eckpfeiler des Post-Bop Genres ist und bleiben wird. „Die Verlockung des urbanen Mythos, die diese Session von Heiligabend 1954 umgibt, wird selbstverständlich immer bestehen bleiben“, so schreibt der All Music Guide – mit dem Auftritt von Thelonious Monk bei den zwei unterschiedlichen Aufnahmen des Titelstücks. Es gibt aber auch eindeutig greifbarere Bestandteile, wie z.B. Davis’ beinahe telepathischen Läufe mit Sonny Rollins (Tenorsaxophon). Oder Horace Silvers (Piano) frappierende Fähigkeit, einen Strom von Klangfolgen zu liefern, die in eine zweite, unaufdringliche Führung münden, ohne je überwältigend zu wirken.

Tatsächlich ist Davis’ Wahl der früheren Mitglieder des Dizzy Gillespie Orchesters und zeitgleich Mitgliedern des Modern Jazz Quartetts Milt Jackson (Vibraphon), Kenny Clarke (Schlagzeug) und Percy Heath (Bass) offensichtlich ein Treffer. Diese Combo wurde zum Synonym für die Fähigkeit, geschmackvoll zu improvisieren und für bluesige Bop-Melodien in verschiedenen Arrangements zu sorgen. Die schnelle und von lateinamerikanischen Rhythmen beeinflusste Synkopierung, die zu Beginn von 'Airegin' zu hören ist, fließt in Melodien und Mollakkord-Phrasierungen, die etliche Jahre später in Davis’ Werk 'Sketches of Spain' wieder auftauchen. Das fröhliche und leicht verrückt gefärbte 'Oleo' ist eine von Heaths beeindruckendsten Darbietungen von 'Bags’ Groove'. Seine Stakkato-Begleitung zeigt eindrücklich, mit welcher Mühelosigkeit diese Giganten des Jazz in der Lage sind, ein Solo nach dem anderen in eine größere Einheit einzugliedern.

„Bags’ Groove“ gehört definitiv zu den Aufnahmen, die in jede Jazzsammlung gehören.

Miles Davis, trumpet
Sonny Rollins, tenor saxophone
Horace Silver, piano
Percy Heath, bass
Kenny Clarke, drums

On 'Bags' Groove':
Miles Davis, trumpet
Milt Jackson, vibraphone
Thelonious Monk, piano
Percy Heath, bass
Kenny Clarke, drums

Recorded June 29 & December 24, 1954 at Van Gelder Studio, Hackensack
Produced by Bob Weinstock

Digitally remastered

Kaum ein anderer Musiker vermochte die Geschichte des Jazz derart nachhaltig zu beeinflussen, wie der am 26.05.1926 in Alton, Illinois geborene und in St. Louis aufgewachsene Miles Davis. Ohne den 'Prince of Darkness' wären die meisten Schlüsselentwicklungen des Jazz ab 1950 undenkbar gewesen. Mit unnachahmlicher Intonation und sparsamer melodischer Gestaltungskraft hat sich der Trompeter den Status einer Pop-Ikone erspielt.

Seine ersten wichtigen Gehversuche machte Miles in New York, wo er mit seinem musikalischen Vorbild Charlie Parker zusammentraf, in dessen Band er umgehend spielte. 1948 leitete der Trompeter bereits seine eigene Band, die mit Arrangements von Gil Evans zu den 'Birth Of The Cool'-Sessions führte. Neben seinen freelance Arbeiten gründete Miles Davis 1955 sein erstes Quintett bestehend aus Red Garland, Paul Chambers, Philly Joe Jones und John Coltrane. In den Jahren 1963-68 formierte er das zweite große Quintet, in welchem der junge Wayne Shorter am Saxophon brillierte (mit Herbie Hancock, Ron Carter und Tony Williams).

Die späten 60-er Jahre brachten unter Miles' Impuls die Wende hin zum Jazz Rock. Alben wie 'Bitches Brew' und 'We Want Miles' stehen paradigmatisch für diese Zeit. In der ersten Hälfte der 70-er Jahre veränderte der Ausnahmetrompeter häufig die Besetzungen seiner Band. In großzügig angelegten Gruppenimprovisationen integrierte er die vormals 'jazzfremden' Tablas, Sitar und diverse Percussioninstrumente. Den Sound seiner Trompete veränderte er mit dem Einsatz eines WahWah-Pedals. Die psychedelisch anmutende Musik dieser Zeit polarisierte das Publikum, viele Fans des 'frühen Miles' wollten den neuen 'elektrischen' Weg nicht mitvollziehen, doch Davis zielte auf ein junges, experimentierfreudiges Publikum.

Nach längerer Zurückgezogenheit aufgrund von Drogenproblemen kehrte der 'Prince of Darkness' in den frühen 80-er Jahren mit jungen Musikern zurück, seine Band wurde zum Sprungbrett für die wichtigsten Karrieren des aktuellen Jazz. Unter seinen Schülern waren John Scofield, Kenny Garrett, Darryl Jones und Marcus Miller. Der Bassist, Multi-Instrumentalist und Produzent Miller schuf mit Miles Davis die deutlich von der aktuellen Popmusik beeinflußten Spätwerke 'Tutu' und 'Amandla'. Diese Alben zeigen in vollendeten Produktionen das Hit-Potential des Trompeters, der in zahllosen Konzerten dieses Material immer neu als elektrisierender Improvisator präsentierte. Am 28.09.1991 starb der wichtigste Musiker des Jazz wenige Wochen nach seinem letzten Konzert an einer Lungenentzündung. Das posthum veröffentlichte Album 'Doo-Bop' wurde 1992 mit dem Grammy in der Kategorie 'Best R&B Instrumental Performance' ausgezeichnet.

Booklet für Bags' Groove

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