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High Resolution Audio – Fake oder Native

Entscheidend für ein echtes High Resolution Audio Format (Native) ist, dass bei der Aufzeichnung die im Musiksignal enthaltenen feinen Strukturen im Zeitbereich adäquat aufgelöst werden. Ein reales, mit Mikrophonen aufgezeichnetes Musiksignal enthält feinste Zeitinformationen, die sich in einem Frequenzspektrum bis etwa 45-50kHz niederschlagen. Bei bestimmten Instrumenten (z.B. Trompete mit Straight Mute) und vor allem perkussiven Klängen kann dieses Spektrum auch noch höher reichen. Die Übertragung dieser Feininformationen ist mit technischen Systemen, die mit 22kHz Bandbreite (CD) oder 24 kHz Bandbreite (Industrie- und Rundfunkstandard) arbeiten, nicht möglich.

Begrenzte Bandbreite bedingt physikalisch unüberwindbar immer ein reduziertes zeitliches Auflösungsvermögen. Deshalb darf echtes High Resolution Material in keiner Stufe des Produktionsprozesses auf 22kHz bzw. 24kHz limitiert gewesen sein. HRA überprüft die angebotene Musik anhand einer Spektralanalyse, ob dieses Kriterium erfüllt wird.

Die richtige Interpretation dieser Spektralanalyse ist dabei jedoch extrem wichtig: Musiksignale enthalten die Feininformationen oberhalb 22kHz stets nur bei relativ geringen Pegeln. Wie hoch genau dieser Pegel ist, ist zudem sehr stark von den Instrumenten bzw. vom Klangkörper abhängig. Popmusik mit Drumset beispielsweise enthält Hochfrequenzinformationen bei höherem Lautstärkepegel als ein klassisches Orchester im Pianissimo; eine mit spitzem Staccato angeblasene Piccoloflöte mehr als eine im Legato gespielte Tuba usw. Das absolute Pegelniveau oder auch die genaue Beschaffenheit des Frequenzspektrums oberhalb von 20kHz sagt deshalb nur sehr begrenzt etwas über die Aufzeichnungsqualität aus.

Wichtig für die Unterscheidung ob Native oder ein Fake (d.h. eine unechte, nur als solche deklarierte oder hochgerechnete Aufnahme) ist vielmehr, dass keine erkennbaren Anzeichen für eine zeitweilige Limitierung der Übertragungsbandbreite erkennbar sind.

Eine solche Limitierung erkennt man in den meisten Fällen sehr leicht an einer deutlichen Bruchkante im Frequenzspektrum bei einer der charakteristischen Eckfrequenzen 22,05kHz, 24kHz oder auch 44,1 bzw. 48kHz wie hier im unterem Bild zu sehen.


Ist eine solche Bruchkante mit einem starken Frequenzabfall vorhanden, handelt es sich sicher nicht um natives High Resolution Material. Aus dem Verlauf jenseits der Bruchkante kann man zusätzlich noch Aussagen über die weitere Behandlung des Signals treffen.

Sinkt der Pegel auf Werte in der Gegend des theoretischen Minimums von 24Bit, d.h. 138-144 Bit ab, dann wurde schlicht nur digitales Upscaling angewendet.

Sinkt der Pegel nur auf deutlich höhere Werte 80-120dB und ist gleichmäßig wie ein Rauschen verteilt oder man hat bei 176,4 bzw. 192kHz Material sogar einen leichten Pegelanstieg des Rauschens ab ca. 50kHz, dann kann ein analoges Mastering gefolgt von nativer High Resolution AD-Wandlung stattgefunden haben (viele AD-Wandler für 24/176,4 und 24/192 zeigen diesen Anstieg im Rauschpegel in der Nähe ihrer Grenzfrequenz). Das ist dann zwar kein echtes Native. Die Qualität kann aber besser als bei der Standardversion sein.

Steigt der Rauschpegel schon unmittelbar nach der Bruchkante deutlich an (ab ca. 25-28kHz) dann handelt es sich höchstwahrscheinlich um Material von einer SACD, die selbst nur ein Fake war, weil sie mit 44,1 bzw. 48kHz vorproduziert wurde. Das dürfte für die meisten SACDs zutreffen, insbesondere für Rundfunk-(Co)produktionen, weil dort 48kHz noch immer Standard ist. Solches Material ist vielfach als 24/88,2 oder 24/96 im Markt zu finden.


Noch zur Vollständigkeit: Zeigt sich ein ähnlich starker Anstieg des Rauschens wie im letztgenannten Beispiel, jedoch ohne erkennbare Bruchkante, so handelt es sich zwar nicht wirklich um einen Fake nach strenger Definition. Die Aufnahme wurde dann höchstwahrscheinlich komplett in DSD für SACD produziert. Da das starke Rauschen dann aber jede Feininformation des Musiksignals knapp oberhalb des Limits der Standardabtastraten maskiert, kann solchem Material aber auch nicht ein deutlich höheres Qualitätsniveau als einer Standard-CD bescheinigt werden. Das Qualitätsniveau ist höchstwahrscheinlich ähnlich einer 24/48- Aufzeichnung. Auch solches Material ist vielfach als 24/88,2 oder 24/96 im Markt zu finden, kann besser als CD sein, hat aber eigentlich nichts wirklich mit echtem High Resolution Audio zu tun.

Natives 24/96:


Hochgerechnetes 24/96:


Natives 24/192:


Hochgerechnetes 24/192:


Echtes DSD:


Hochgerechnetes DSD:


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