Album Info

Album Veröffentlichung:
2022

HRA-Veröffentlichung:
29.04.2022

Das Album enthält Albumcover

Entschuldigen Sie bitte!

Sehr geehrter HIGHRESAUDIO Besucher,

leider kann das Album zurzeit aufgrund von Länder- und Lizenzbeschränkungen nicht gekauft werden oder uns liegt der offizielle Veröffentlichungstermin für Ihr Land noch nicht vor. Wir aktualisieren unsere Veröffentlichungstermine ein- bis zweimal die Woche. Bitte schauen Sie ab und zu mal wieder rein.

Wir empfehlen Ihnen das Album auf Ihre Merkliste zu setzen.

Wir bedanken uns für Ihr Verständnis und Ihre Geduld.

Ihr, HIGHRESAUDIO

  • 1Come Back04:19
  • 2Lie To Me04:10
  • 3I'm Standing Here03:24
  • 4What It Takes03:46
  • 5Everybody in the World03:54
  • 6Lifted03:12
  • 7Forgiveness03:45
  • 8Miss Beautiful03:39
  • 9Might Not Make It Home03:20
  • 10Good Company02:59
  • Total Runtime36:28

Info zu Lifted

Jazz-Powerhouse Trombone Shorty kehrt nach fünf Jahren mit dem mit Spannung erwarteten Nachfolger seines Blue-Note-Debüts „Parking Lot Symphony“ (2017) zurück. Gute Laune und rasender Puls sind garantiert, wenn Shorty & Band klassische New-Orleans-Sounds wie Funk, Gospel, Street Rhythms und Mardi-Gras-Gesänge mit modernen Texten, Melodien und Beats aufpeppen. Zu den besonderen Gästen des Albums zählen Sängerin Lauren Daigle und Gitarrist Gary Clark Jr.

So richtig in seinem Element fühlt sich Troy Andrews a.k.a. Trombone Shorty erst, wenn er auf der Bühne stehen, oder besser: sich dort austoben kann. Das ist natürlich kein Wunder. Schließlich hat er von klein auf kaum etwas anderes getan. Bereits mit vier Jahren teilte er beim New Orleans Jazz & Heritage Festival die Bühne mit der Rock’n’Roll-Ikone Bo Diddley. Als Sechsjähriger leitete er dann seine erste eigene Band und paradierte stolz mit Brassbands durch sein Heimatviertel Tremé. An diese Zeiten erinnert noch heute sein Künstlername Trombone Shorty. Und nach wie vor scheint er das unmittelbare Feedback des Publikums zu brauchen, um seine Batterien zwischendurch immer wieder neu aufzuladen und einen Gang höher schalten zu können. Diese rohe, unbändige Live-Energie, für die Trombone Shorty so bekannt ist und heiß geliebt wird, in einem Tonstudio ohne zujubelnde Massen abzurufen, ist allerdings eine schwierige Kunst. Doch genau das ist ihm jetzt bei der Einspielung von “Lifted” wunderbar gelungen.

“Ich glaube, so nah waren wir noch nie dran, die Atmosphäre einer Live-Show einzufangen und auf eine Platte zu bannen”, meint er zufrieden. “Normalerweise versuche ich im Studio, alles so sauber wie möglich klingen zu lassen. Aber dieses Mal habe ich den Jungs gesagt, dass sie sich richtig gehen lassen und so spielen sollten, als stünden sie auf einer Festivalbühne.”

Um das zu erreichen, griff er zu einem simplen Trick. Die erste Nummer von “Lifted” spielte er einfach nach einem Auftritt im New Orleanser House of Blues ein. Zu weit vorgerückter Stunde. “Ich hatte gleich nach der Show eine Idee für einen neuen Song”, erzählt Shorty, “also beschloss ich, mit der Band direkt ins Studio zu gehen und das Stück noch in derselben Nacht aufzunehmen. Wir waren noch total verschwitzt und aufgedreht von der Energie des Gigs. Und diese Vibes drückten unserer Session definitiv ihren Stempel auf.”

Bei den Sessions, die darauf noch folgen sollten, verhielt es sich ähnlich. Schließlich hatte sich in den fünf Jahren, die seit Trombone Shortys Blue-Note-Debüt “Parking Lot Symphony” verstrichen waren, so einiges an kreativen Ideen in seinem Kopf aufgestaut. Und die mussten nun endlich raus. Dabei hat Shorty so ziemlich alles in den Topf geworfen, was New Orleans stilistisch zu bieten hat: von Funk, Blues-Rock, Soul und Rhythm’n’Blues über Hip-Hop, Gospel, Second-Line-Grooves und Latin bis hin zu psychedelischen Klängen. Und ja, ein bisschen Jazz hat er natürlich auch noch darunter gerührt.

Serviert wird diese heiße Mixtur auf “Lifted” beinahe so ungefiltert, wie man es von Shortys mitreißenden Live-Konzerten mit Orleans Avenue her gewohnt ist. Kennern der Band wird auffallen, dass es in ihr zwei neue Gesichter gibt (die Shorty aber bestens vertraut sind, da er mit ihnen schon in seiner Highschool-Zeit zusammengespielt hat): Bassist Mike Bass-Bailey und Drummer Alvin Ford Jr. (ehemals Dumpstaphunk).

Verstärkung erhalten sie noch durch zwei fantastische Gäste: die Sängerin Lauren Daigle ist in “What It Takes” zu hören und Gary Clark Jr. lässt seine Gitarre in bester Jimi-Hendrix-Manier in “I’m Standing Here” aufheulen. Außerdem mischt Produzent Chris Seefried an diversen Instrumenten und als Background-Sänger fleißig mit.

“Alles, was ich erreicht habe, verdanke ich meiner Mutter”, sagt Trombone Shorty. “Sie ist vor kurzem verstorben, aber sie hat mich bis zu ihrem Tod immer wieder inspiriert. Deshalb habe ich ein Foto von ihr, wie sie mich bei einer Second-Line-Parade hochhält, auf das Cover dieses Albums gesetzt. Sie hat mich mein ganzes Leben lang hochgehalten.”

Aufgenommen hat Trombone Shorty “Lifted” übrigens in seinem eigenen Tonstudio, das er sich kurz nach der Veröffentlichung von “Parking Lot Symphony” im Lower Garden District von New Orleans zugelegt hatte. In Anspielung auf die “Buck Jumping”-Tänzer/innen der Second Lines, mit denen er aufgewachsen ist, nannte er es Buckjump Studio und verwandelte es in ein offenes Klanglabor, in dem er und seine Freunde sich ohne künstlerische oder kommerzielle Zwänge kreativ austoben konnten. “Ein eigenes Studio zu haben, bedeutete für die Band und mich, dass wir immer dann, wenn wir uns inspiriert fühlten, etwas aufnehmen konnten”, sagt Shorty. “Es bedeutete, dass wir Risiken eingehen und experimentieren konnten. Ich konnte die Jungs mitten in der Nacht mit einer Idee anrufen und sie sagten: ‘Wir treffen uns in einer Stunde dort!’”

Trombone Shorty, trombone, trumpet, Fender Rhodes, Hammond Organ, vocals, percussion
Gary Clark Jr., guitar
Josh Connelly, guitar
BK Jackson, tenor saxophone
Dan Oestreicher, baritone saxophone
Chris Seefried, bass, guitar
Brandon Butler, synth bass, Hammond Organ, Fender Rhodes
Mike Bass-Bailey, bass
Alvin Ford, drums
Lauren Daigle, vocals
Stefan Abingdon, backing vocals
Chris Pierce, backing vocals
Lady Blackbird, backing vocals
Raion Ramsey, backing vocals
Tracci Lee, backing vocals
Troy Andrews, backing vocals
Derek Thomas, backing vocals




Troy 'Trombone Shorty' Andrews
“Shorty ist ein Genie. Er spielt sich den Arsch ab und ist ein wunderbarer Mensch.” So urteilt kurz und bündig Funk-Rock-Superstar Lenny Kravitz über Troy Andrews, der sich schon als Knirps den Spitznamen Trombone Shorty erwarb. Kravitz weiß, wovon er spricht. Als er 2005 auf Welttournee ging, nahm er das damals erst 19jährige Multitalent mit. Im Jahr darauf teilte Shorty dann die Bühne mit den Rockgrößen von U2 und Green Day, als der Superdome von New Orleans, der wie große Teile der ganzen Stadt vom Wirbelsturm Katrina in Mitleidenschaft gezogen worden war, wiedereröffnet wurde. U2s Bono und The Edge gehörten zu diesem Zeitpunkt schon seit einigen Jahren zu seinen größten Fans.

In seiner Heimatstadt New Orleans ist Trombone Shorty längst so bekannt wie ein bunter Hund. In Europa wird man den Musiker, der schon als der “Prince” des Jazz apostrophiert wurde, nun kennenlernen. Auf “Backatown”, seinem Verve-Forecast-Debütalbum, stellt der mittlerweile 24jährige uns seine diversen Talente vor: denn Trombone Shorty ist - auch wenn sein Spitzname dies nahelegt - nicht nur ein virtuoser Posaunist, sondern auch ein brillanter Trompeter, charismatischer Sänger und vielseitiger Songwriter, der sich von Stilgrenzen überhaupt nicht beeindrucken lässt.

1986 in New Orleans geboren, wuchs Troy Andrews in einer Gegend im Stadtteil Treme auf, die von den Einheimischen “Back of Town” oder “Backatown” genannt wird. Treme gilt als das “musikalischste Viertel der musikalischsten Stadt der USA”, und das Herz dieses Viertels ist wiederum der legendäre Congo Square. Zu den Musikern, die in Treme das Licht der Welt erblickten, gehören u.a. der kreolische Jazzklarinettist Alphonse Picou und Trompeter Kermit Ruffins. Und auch die Rebirth Brass Band hatte dort ihre Wiege stehen. In dieser von Musikern jeglicher stilistischer Couleur bevölkerten Gegend wuchs Troy Andrews auf und marschierte, kaum dass ihn seine Beine trugen, mit den allgegenwärtigen Brassbands durch die Nachbarschaft. Den Spitznamen Trombone Shorty verpasste ihm sein älterer Bruder James, als er den vierjährigen Troy bei einer solchen Straßenparade mit einer Posaune herumhantieren sah, die zweimal so groß war der kleine Blasebalg. Bevor er erstmals eine Posaune in die Hand nahm und zu Trombone Shorty wurde, hatte Troy Andrews schon Marschtrommel und Trompete gelernt. Mit sechs Jahren war der frühreife Knirps bereits so gut, dass er in der Jazzband seines Trompete spielenden großen Bruders James (den man in Treme übrigens als “Satchmo of the Ghetto” kennt) mithalten konnte. Schon bald danach gründete Troy seine eigene Band mit anderen Jungs seines Alters. Mit dabei war damals schon sein heutiger Bandkollege Dwayne “Big D” Williams. Ihre bevorzugte Bühne war der Jackson Square, wo sie vor Passanten auftraten und an guten Wochenenden 400 Dollar pro Nase einspielten. Gelegentlich ergatterte die Nachwuchsband eine Chance, in einem der kleinen lokalen Clubs aufzutreten. Bei einem dieser Gigs, schneiten per Zufall Bono und The Edge hinein und waren keine fünf Minuten später schon Fans des damals zwölfjährigen Trombone Shorty. “Der Laden stand Kopf, als wir dort ankamen”, erinnert sich The Edge noch heute an die denkwürdige Begegnung. “Es spielte eine kleine Funk-Band, die nur aus Blechbläsern bestand. Sowas hatte ich noch nie zuvor gehört oder gesehen. Shorty hat uns vollkommen umgehauen. Nach ein paar Tequilas tanzten Bono und ich mit einer Horde Mädchen über die Tische. Es war eine dieser Nächte, die man nie vergessen wird.” Solche Nächte bereitet Trombone Shorty seinem Publikum seitdem regelmäßig. Sein erstes Album, “Trombone Shorty’s Swingin’ Gate”, nahm er 2002 mit sechzehn Jahren auf. Und schon damals begnügte er sich nicht damit, Klassiker wie den “St. James Infirmary Blues”, Percy Mayfields “Hit The Road, Jack” oder Miles Davis’ “Four” zu interpretieren, sondern spielte mutig auch sechs eigene Kompositionen. Die spiegelten natürlich die musikalische Artenvielfalt von New Orleans wider, mit der Trombone Shorty aufgewachsen ist.

Mit seiner Band Orleans Avenue macht er auf “Backatown” nun noch einen großen Schritt nach vorne. Die Musiktradition von New Orleans dient ihm als Sprungbrett zu zeitgenössischeren Klängen. Troy Andrews ist ein “Young Lion” mit scharfgewetzten Zähnen, der die Tradition zwar von der Pike auf gelernt hat und noch heute ehrt, aber nichts weniger mag, als musikalischen Stillstand. Er ist ein junger Jazz-Outlaw mit funky Appeal.

“Jazzmusiker können ziemlich engstirnig und intolerant sein”, meint Shorty. “Und ich hatte keinen Bock darauf, einer dieser Musiker zu werden, die nur das recyceln, was andere schon vor ihnen gespielt hatten. Dann würde ich nämlich nicht vorankommen. Der Sound der Band hat sich auf natürliche Weise entwickelt, jeder von uns trägt mit seinen persönlichen Vorlieben dazu bei. Ich komme aus Treme, und dort macht man Musik, um Spaß zu haben und dazu zu tanzen. Und genau das wollte ich auch mit meiner Band aufgreifen und auf ein neues Level heben. Ich wollte schon immer nur für meine Altersgenossen spielen und etwas machen, das sowohl mich als auch das Publikum bei der Stange hält.”

Mit “Backatown” ist ihm das grandios gelungen. Der Sound ist jung, heiß, cool, funky und modern. Es ist eine hochexplosive Mischung aus Funk, Rock, Rhythm’n’Blues, Jazz und HipHop, die er selbst stark verkürzend “Supafunkrock” nennt. Produziert wurde das Album von Ben Ellman, seines Zeichens Saxophonist der ebenfalls aus New Orleans stammenden Funk- und Jazz-Jam-Band Galactic. Als Gäste konnte Trombone Shorty Lenny Kravitz (auf dessen kommenden Album er auch zu hören sein wird), den Bayou-Soul-Musiker Marc Broussard und den Mann gewinnen, ohne den die Musikszene von New Orleans heute kaum das wäre, was sie ist: Allen Toussaint.

Dass Trombone Shorty heute einer der heißesten aufstrebenden Stars der Black-Music-Szene ist, macht auch deutlich, dass ihn der amerikanische Drehbuchautor und Produzent David Simon (“The Wire”, “Generation Kill”, “Homicide”) für eine Nebenrolle in seiner von der US-Kritik bereits hochgelobten HBO-Fernsehserie “Treme” verpflichtete. Dort ist er dann neben Schauspielergrößen wie John Goodman, Wendell Pierce, Steve Zahn und Khandi Alexander und Musikkollegen wie Allen Toussaint, Dr. John, Elvis Costello, Steve Earle, Sammie Williams, Donald Harrison, Galactic, Kermit Ruffins, Deacon John und der Rebirth Brass Band zu sehen und zu hören.

Dieses Album enthält kein Booklet

© 2010-2022 HIGHRESAUDIO