Greta Van Fleet - Anthem Of The Peaceful Army

Review Greta Van Fleet - Anthem Of The Peaceful Army

Wie ein Blitz aus heiterem Himmel schlug die Band Greta Van Fleet mit der Doppel-EP From The Fires vor einem Jahr in die bereits ein wenig müde gewordenen Rock ‚n‘ Roll Szene ein. Dass es sich bei diesem Kurzalbum um keine Eintagsfliege gehandelt hat beweisen die vier Jung-Rocker mit den Brüdern Josh (Vocals), Jake (Gitarre)und Sam Bass) Kiszka und ihr Freund Danny Wagner am Schlagzeug jetzt nachdrücklich über fünfzig Minuten hinweg auf dem Album Anthem Of The Peaceful Army Uni. Es braucht nicht allzu viel Einbildungskraft, um die starke Verwandtschaft der auf dieses Album gebannten Hardrock-Titel mit frühen Led Zeppelin Werken zu erkennen. Ja, man meint gar in der Stimme von Josh Kiszka die berühmte Rockröhre von Led Zeppelins Robert Plant zu erkennen. Die Verwandtschaft der Stimmen ist ausgesprochen frappierend. Ähnliches lässt sich von Jake Kiska sage, dessen Gitarrenriffs an Jimmy Page erinnern. Wie stark auch immer sich Greta Van Fleet an Led Zeppelin orientieren, sie machen ihre Sache exzellent. Und auf irgendwelchen Grundfesten muss man im einundzwanzigsten Jahrhundert nach über fünfzig Jahren Hardrock-Geschichte aufbauen, um seinen eigenen Stil zu erarbeiten. Und mit Led Zeppelin haben sich die Youngsters von Greta Van Fleet sich nun wirklich nicht das schlechteste Vorbild gewählt.

Anstatt mit der Tür ins Haus zu fallen und es heftig rocken zu lassen startet das Album mit dem geradezu episch langen, ruhig angelegten, erst langsam mehr Fahrt aufnehmenden, vom souveränen Vokaleinsatz geprägten „Age Of Man2. Gitarre, Bass und Schlagzeug halten sich zurück, demonstrieren jedoch ihre Kompetenz in fein ausgearbeiteten Details. Weiter geht es im besten Led Zeppelin Siebzigerjahre-Stil und mit erhöhtem Puls mit „The Cold Wind“ und mit geradezu rasendem Puls mit „When The Curtain Falls“. Während der erste der Songs auf der Blues Rock Schiene abfährt, saust der zweite Song von steilen Gitarrenriffs und ansteckendem Groove des Schlagzeugs animiert in hohem Tempo als echter Hardrock-Beitrag der Band dahin. Als ein Highlight des Albums entpuppt sich „Lover, Leaver (Taker, Believer)” mit einem umwerfenden Drum Beat und einem Blues aus Josh Kiszkas rauer Kehle, der sich gewaschen hat. Auch dieser Song beweist welches Gestaltungskraft und das Songwriting-Potential in der Band steckt.

„You’re The One” erweist sich als zentraler Ruhepunkt des Albums. Dieser romantisch verträumte Song mit akustischer Gitarre im Vordergrund war Greta Van Fleets Beitrag zur letzten Aids Foundation Oscar Party. Bis zum ebenfalls zurückgenommen realisierten „Anthem“, kurz vor Ende des Albums demonstrieren Greta Van Fleet in „Mountain of the Sun“ ihre offensichtliche Verbundenheit zu Land und Leuten, um in „Brave New World“ eine düster schwärende Dämmerstimmung zu erzeugen, die dringend der hellen Weltsicht des nachfolgenden Songs „Anthem“ bedarf.

Man darf gespannt sein, wie sich Greta Van Fleet weiterentwickeln wird, ob und wann sie sich vom großen Vorbild Led Zeppelin abnabeln werden und welcher Schmetterling sich aus der heutzutage prächtigen Raupe des Hardrock-Universums herausschälen wird. Jedenfalls ist ihnen mit Anthem Of The Peaceful Army Uni ein vielversprechender Anfang geglückt.

Josh Kiszka, Gesang
Jake Kiszka, Gitarre
Sam Kiszka, Bass, Keyboards
Danny Wagner, Schlagzeug

Greta Van Fleet - Anthem Of The Peaceful Army

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