Danielle Nicole - Cry No More

Review Danielle Nicole - Cry No More

Mit ihrer prächtigen, vollen, bisweilen rauchig verruchten Stimme reiht sich Danielle Nicol ehrenvoll in die Reihe berühmter Vorgängerinnen wie etwa Bonnie Raid ein. Da sie zudem über ein gerüttelt Maß an wildem Temperament verfügt, erinnert ihr Auftreten durchaus an die unvergleichliche Bluesröhre Janis Joplin. Ihr Talent zeigte sich bereits im zarten Alter von 12 Jahren als Mitglied ihrer Familienband Trampled Under Foot mit ihren Brüdern Nick und Kris. Blues war angesagt und 2008 holte sich die Band den International Blues Challenge, 2013 gefolgt von der Auszeichnung ihres Albums “Badlands” als “Contemporary Blues Album of The Year” Nachdem sich Trampled Under Foot aufgelöst hatte, emanzipierte sich Danielle Nicole als Sängerin und Bassistin und nahm im September of 2015 ihr Debutalbum “Wolf Den” auf. Auf dieses reine Bluesalbum folgt jetzt das Album Cry No More, in dem Danielle Nicole neben m reinen Blues gewidmeten Songs solches im Stil des Hill Country Blues, des Rock und Popp und gar des Easy Listening Jazz stellt. Mit von der Partie sind der Producer des neuen Albums, Tony Braunagel am Schlagzeug, der Aufnahmeingenieur Johnny Lee Schell und Walter Traut an den Gitarren, Mike Kelly Finnigan an der Orgel und Mike Sedovic am Piano sowie als Backgrund Sängerinen Maxanne Lewis and Kudisan Kai. Hinzu gesellt sich eine Reihe von Special Guests, einschließlich ihrem Bruder Nick Schnebelen an der Gitarre auf „Crawl“, einem rockigen Blues à la Allman Brothers in Erinnerung an die vergangenen Tage mit Trampled Under Foot.

Der aus der Feder von Tamara Chamin stammende Song „Crawl“ ist einer von fünf Cover Songs auf Cry No More. „Hot Spell“ von Bill Withers in den 70er Jahren geschrieben erfährt hier seine erste Aufnahme. „Poison The Wall“ stammt von Maia Sharp, die unter anderem für Bonnie Raid Songs geschrieben hat. Prince zeichnet für „How Come U Don’t Call Me Anymore“ verantwortlich. Blind Willie Johnson “Lord I Just Can‘t Help From Crying” macht die fünf Coverversionen komplett, die von Danielle Nicole und ihren Begleitmusikern mit großem Geschmack in Szene gesetzt und hochprofessionell abgeliefert werden.

Neun Songs auf Cry No More stammen von Danielle Nicole allein oder in Kooperation mit Bandmitgliedern und Freunden aus der Szene. Von diesen durchgehend hervorragend gestalteten und ausgeführten Songs erweist sich der emotional stark aufgeladene Song “Bobby” von Danielle Nicole als Perle, die das Zeug zum Hit hat. Von den übrigen Songs auf dem Album setzt sich „Bobby“ als Reminiszenz an den verstorbenen Vater der Sängerin mit seiner zurückhaltenden Gangart und atemberaubend schönen Melodie deutlich ab. „I’m Going Home ist einer der fünf mit Tony Braunagel gemeinsam geschrieben Songs und „Pusher Man“ entstand gemeinsam mit John Lardieri.

Die tragisch so früh verstorbene Janis Joplin wäre sicherlich stolz darauf, dass ihre Enkelgeneration eine derart formidable Künstlerin wie Danielle Nicol vorzuweisen hat, die zwar nicht so tierisch wild wie sie selbst, die in wahrhaft wilderen Zeiten gelebt hatte, aber doch für die heutzutage vergleichsweise braven Zeiten ziemlich wild, überzeugend eigenständig und emotional anrührend aufzuspielen vermag.

Danielle Nicole, Gesang, Bass
Tony Braunagel, Schlagzeug
Johnnie Lee Schell, Gitarre
Gäste:
Kenny Wayne Shepherd, Giatte (on Save Me)
Luther Dickinson, Gitarre (on Just Can't Keep From Crying)
Walter Trout, Gitarre (on Burnin' For You)
Sonny Landreth, Gitarre (on I'm Going Home
Brandon Miller, Gitarre (on Baby Eyes)
Nick Schnebelen, Gitarre (on Crawl)

Danielle Nicole - Cry No More

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