War & Peace - 1618:1918 Lautten Compagney

Cover War & Peace - 1618:1918

Album info

Album-Release:
2018

HRA-Release:
19.10.2018

Album including Album cover Booklet (PDF)

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  • Friedrich Hollaender (1896 - 1976): Lieder eines armen Mädchens:
  • 1Die Hungerkünstlerin (Arr. for Soprano and Baroque Ensemble)03:42
  • Heinrich Schütz (1585 - 1672):
  • 2Erbarm dich mein, SWV 44702:36
  • Hanns Eisler (1898 - 1962):
  • 3Es geht ein dunkle Wolk herein02:33
  • Samuel Scheidt (1587 - 1654):
  • 4Galliard Cantus XX02:04
  • Heinrich Albert (1604 - 1651):
  • 5Ich steh in Angst und Pein02:00
  • Johann Hildebrand (1614 - 1684): Krieges-Angst-Seufftzer:
  • 6Ach! Herr! Du Erbarmer der Menschen01:13
  • Hanns Eisler (1898 - 1962):
  • 7Elegie I (Arr. for Soprano and Baroque Ensemble)03:29
  • Johann Hildebrand (1614 - 1684): Krieges-Angst-Seufftzer:
  • 8Nun, Herr, du bist ja ein Allmächtiger01:15
  • Erik Satie (1866 - 1925):
  • 9Gnossienne No. 3 (Arr. for Baroque Ensemble)03:23
  • Heinrich Isaac (1450 - 1517):
  • 10Vanitas! Vanitatum Vanitas! Die Herrlichkeit der Erden02:26
  • Friedrich Hollaender (1896 - 1976): Lieder eines armen Mädchens:
  • 11Wiegenliled an eine Mutter (Arr. for Soprano and Baroque Ensemble)03:20
  • Anonymous:
  • 12Bet, Kindlein, bet00:50
  • Hanns Eisler (1898 - 1962):
  • 13Und es sind die finstren Zeiten (Arr. for Soprano and Baroque Ensemble)01:10
  • 14Über den Selbstmord (Arr. for Soprano and Baroque Ensemble)01:39
  • Melchior Franck (1580 - 1639):
  • 15In illo tempore (Die Gans)03:08
  • Samuel Scheidt (1587 - 1654):
  • 16Galliard Battaglia, SSWV 5901:39
  • Anonymous:
  • 17Schnitter Tod03:48
  • Andreas Hammerschmidt (1611 - 1675):
  • 18O barmherziger Vater04:01
  • Heinrich Schütz (1585 - 1672): Psalmen Davids, Op. 2:
  • 19Lobe den Herren, SWV 3905:06
  • Samuel Scheidt (1587 - 1654): Ludi musici I:
  • 20No. 5, Paduan à 4, SSWV 4305:06
  • Heinrich Albert (1604 - 1651):
  • 21Letzte Rede einer vormals stolzen und gleich jetzt sterbenden Jungfrauen (Arr. for Soprano and Baroque Ensemble)02:40
  • Friedrich Hollaender (1896 - 1976):
  • 22Lieder eines armen Mädchens: Wenn ick mal tot bin (Arr. for Soprano and Baroque Ensemble)03:02
  • Erik Satie (1866 - 1925):
  • 23Gymnopédie No. 1 (Arr. for Baroque Ensemble)02:50
  • Samuel Scheidt (1587 - 1654):
  • 24Von Gott woll ich nicht lassen02:36
  • Hanns Eisler (1898 - 1962):
  • 25Und ich werde nicht mehr sehen das Land (Arr. for Soprano and Baroque Ensemble)02:04
  • 26An den kleinen Radioapparat (Arr. for Soprano and Baroque Ensemble)01:04
  • Andreas Hammerschmidt (1611 - 1675):
  • 27Die Kunst des Küssens02:06
  • Friedrich Hollaender (1896 - 1976):
  • 28Lieder eines armen Mädchens: In den Abendwind geflüstert (Arr. for Soprano and Baroque Ensemble)03:42
  • Heinrich Schütz (1585 - 1672):
  • 29Verleih uns Frieden gnädiglich, SWV 37202:29
  • Friedrich Hollaender (1896 - 1976):
  • 30Lieder eines armen Mädchens: Currende (Arr. for Soprano and Baroque Ensemble)02:59
  • Total Runtime01:20:00

Info for War & Peace - 1618:1918



Immer wieder begeistert das Berliner Originalklang-Ensemble lautten compagney mit einzigartigen Programmen für ihre beeindruckenden und vielfach ausgezeichneten Aufnahmen. Nachdem sie bei "Timeless" Musik von Tarquinio Merula und Philip Glass und bei "Misterio" Werke von Biber und Piazzolla genial miteinander verbunden haben, ist auch ihr neues Album mit der herausragenden Sopranistin Dorothee Mields ein genialer Wurf. Thema von "War & Peace" ist die musikalische Verarbeitung von Krieg und Frieden. Dabei wird entdeckenswerte Musik zweier unterschiedlicher Epochen genial kombiniert und ein spannungsvoller Bogen vom Dreißigjährigen Krieg bis in die Zeit nach dem Ende des 1. Weltkriegs geschlagen. Vier Kapitel umfasst "War & Peace", die musikalisch vom Lebensgefühl der jeweiligen, von Krieg und Zerstörung gebeutelten Epochen erzählen. Dabei spiegeln sich diese, mit "Angst", "Katastrophe", "Vergänglichkeit" und "Sehnsucht" überschriebenen Abschnitte, in den ausgewählten Liedern und Songs aus dem frühen 17. und frühen 20. Jahrhundert wider. Es wechseln sich Klagegesänge, aber auch Instrumentalstücke etwa der großen Barockkomponisten Heinrich Schütz, Andreas Hammerschmidt und Samuel Scheidt mit eher leichteren, dennoch melancholischen Liedern von Friedrich Hollaender und Hanns Eisler ab, die im Berlin der 1920er Jahre wirkten. Von der Zerrissenheit in nachkriegsbewegten Zeiten sprühen ihre Lieder. Zugleich sind sie aufmüpfig und scharfzüngig. Als nachdenklicher Klangfaden durch das Programm erweisen sich außerdem die eingestreuten, bittersüßen Klavierstücke des Franzosen Erik Satie.

Schon immer waren Zeiten des Krieges auch Feiern des Überlebens: ein Tanz auf dem Vulkan, der sich immer wieder in Musik seine Bahn brach. Lebenslust und Seelenschmerz – ungemein stark und ambivalent zugleich ist das Lebensgefühl im Dreißigjährigen Krieg, dem sich Dorothee Mields und die lautten compagney in bewegenden Liedern widmen. Mit Songs von Friedrich Hollaender und Liedern von Hanns Eisler schlagen sie zugleich einen spannungsvollen Bogen zu drei Jahrzehnten Weltkriegsgeschehen im 20. Jahrhundert.

In Königsberg tobt 1636 bereits sechzehn Jahre lang der Krieg, überziehen marodierende Truppen das verwüstete Europa. Es herrscht Hungersnot, die Pest bedroht die Städte, der Tod ist allgegenwärtig. Unsicherheit und Orientierungslosigkeit prägen das Lebensgefühl der Menschen dieser Zeit, einziger Ausweg scheint die Erlösung bei Gott und die Hinwendung auf ein jenseitiges Leben. Im Garten des Königsberger Domkantoren zieht Heinrich Albert, Neffe von Heinrich Schütz und ehemals Schüler von Johann Hermann Schein, Kürbisse auf der Sonnenseite seiner Gartenlaube. Hier treffen sich die Mitglieder des Königsberger Dichterkreises, die sogenannte „Gesellschaft der Sterblichkeitsbeflissenen“. Sie ritzen ihre Namen in die Schalen der Kürbisfrüchte: die Dichter Simon Dach, Martin Opitz, der Prediger Elmenhorst; die Komponisten Johann Franck, Johann Nauwach und Heinrich Albert. Im geselligen Kreis entstehen die Lieder der „Musicalischen Kürbshütte“. Es sind Miniaturen der Zerrissenheit zwischen irdischem Vergnügen und zerknirschten Bußgedanken.

Von dieser Zerrissenheit in kriegsbewegten Zeiten sprühen auch die Lieder Friedrich Hollaenders. Sie gedeihen nicht im Intimen einer Laube, sondern sind dem Treiben der Großstadt abgelauscht. Aufmüpfig und scharfzüngig bricht sich in diesen Songs das neue Lebensgefühl der jungen Republik Bahn. Doch auch hier singt der Zweifel mit, verblasst der Glanz der goldenen Zwanziger in der Vorahnung der braunen Dreißiger. Dem Unbill der Zeit haut Hollaender derweil mit eleganten Pointen auf die Finger – ein Tausendsassa der Kleinkunst, der mit dem Schlager „Von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“ Marlene Dietrich ein musikalisches Denkmal setzte. Es war so groß, das dahinter sein eigenes Schicksal den Augen des Publikums zunehmend entschwand. Als der Reichstag brennt, flieht er über Paris nach Hollywood und kehrt 1955 zerbrochen in eine ihm fremd gewordene Heimat zurück. In seiner Musik spricht die Zerrissenheit menschlichen Fühlens in Zeiten des Überlebens so unmittelbar zu uns wie in den Liedern des Königsberger Dichterkreises. In deren Kürbisse hätte Hollaender freilich Fratzen geschnitten.

Dorothee Mields, Sopran
Lautten Compagney


Lautten Compagney Die Lautten Compagney Berlin ist eines der renommiertesten und kreativsten deutschen Barockensembles. Seit fast drei Jahrzehnten faszinieren die Konzerte unter der künstlerischen Leitung von Wolfgang Katschner ihre Zuhörer. Mit ansteckender Spielfreude und innovativen Konzepten übersetzen die ‘Alten Musiker' die Musiksprache des Barock immer wieder mühelos ins Heute. Ganz gleich, ob als solistisches Kammerensemble oder als Opernorchester, stets überwindet das Ensemble dabei Grenzen und sucht die Begegnung mit anderen Künsten: so z.B. im Tanzoratorium Maria XXX, das in Zusammenarbeit mit der Choreographin Heike Hennig entstand. Mit dem Mundorgel-Virtuosen Wu Wei reisen die Musiker Auf den Spuren Marco Polos - eine fesselnde Fusion aus traditioneller chinesischer Musik und europäischer Barockmusik.

Für ihre aufregenden musikalischen Brückenschläge wurde das Ensemble mehrfach ausgezeichnet. Die CD-Einspielung des Programms Timeless, das Musik des Frühbarock mit Werken von Philip Glass vereint, erhielt 2010 den ECHO Klassik. Auch mit dem Gewinn des Rheingau Musik Preises 2012 verbindet sich insbesondere eine Auszeichnung für die innovativen Konzertprogramme der Lautten Compagney.

Mit individuellen Konzepten präsentiert sie die Musik des Barock zudem als lebendige Kulturgeschichte, so z.B. im Theaterprojekt Landscape im Gartenreich Dessau-Wörlitz (Anhaltisches Theater Dessau, 2011) oder im Rahmen der Archäomusica - Barocke Leidenschaften in der lebhaften Verbindung von Ausstellung und Musik (Archäologisches Landesmuseum Brandenburg, 2012).

Eine große Leidenschaft des Ensembles gilt dem Musiktheater und besonders den Werken Georg Friedrich Händels. Dessen Opern liegen bei Wolfgang Katschner, Träger des Händelpreises der Stadt Halle, ohnehin in den besten Händen. So eroberte Händels Serse auf einer Neuseeland-Tournee 2011 Publikum und Presse gleichermaßen im Sturm. Begeisterung bei Jung und Alt entfachte die gemeinsame Rinaldo-Produktion mit der Mailänder Marionetten-Compagnie Carlo Colla e Figli. Sie ist 2014 u.a. bei den Händel-Festspielen in Karlsruhe erneut auf Tournee zu erleben.

Große Werke der geistlichen Vokalmusik erarbeitet die Lautten Compagney mit international renommierten Vokalensembles, die ihre musikalische Entdeckungsfreude teilen. Zusammen mit amarcord entstand eine Einspielung der Bach-Motetten in einem ungewöhnlich farbigen Klangbild (J.S. Bach - Die Motetten, dhm/Sony 2012). Mit dem Calmus Ensemble Leipzig gelang ein frischer Blick auf Bachs Choräle (Bacharkaden, CD bei Carus ab Oktober 2013).

Wolfgang Katschner Von Haus aus Lautenist, gründete Wolfgang Katschner 1984 zusammen mit Hans-Werner Apel die Lautten Compagney, Herzstück seines vielfältigen Wirkens als Musiker, Organisator und Forscher in den Klangwelten des Barock.

In den letzten Jahren trat Wolfgang Katschner auch erfolgreich als Gastdirigent an deutschen Opernhäusern hervor. Hoch gelobt von Kritik und Publikum wurde sein 3-Jahres-Zyklus mit Monteverdi-Opern am Landestheater Niederbayern. Am Opernhaus Halle dirigierte er in der Spielzeit 2012/13 die Aufführungen von Georg Philipp Telemanns Der geduldige Socrates. Als musikalischer Leiter des ‚Winter in Schwetzingen‘ (2012-2015) präsentiert er mit dem Theater und Orchester Heidelberg u.a. die deutschen Erstaufführungen von Nicola Porporas Polifemo (Spielzeit 2012/13) und Tommaso Traettas Ifigenia in Tauride (2013/14).

Verstärkt engagiert sich Wolfgang Katschner auch in der Ausbildung des künstlerischen Nachwuchses. Im Rahmen einer Gastprofessur leitete er 2009 zusammen mit Musikern der Lautten Compagney eine Produktion von Monteverdis L'incoronazione di Poppea an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin. 2011 und 2012 war er Artist in Residence bei „Barock vokal', dem künstlerischen Exzellenzprogramm der Hochschule für Musik Mainz.

Eine langjährige Zusammenarbeit verbindet Wolfgang Katschner mit der Hochschule für Musik Franz Liszt in Weimar und dem Regisseur Elmar Fulda. Gemeinsam gelang ihnen 2010 die erfolgreiche Ausgrabung der lange verschollen geglaubten Scarlatti-Oper Didone delirante. 2012 und 2013 folgten Einladungen mit der Lautten Compagney zu den Weimarer Meisterkursen. Als Gastprofessor arbeitete er hierbei mit führenden Sängern auf dem Gebiet der Alten Musik zusammen.

Wolfgang Katschners leidenschaftliches Engagement für eine lebendige Alte Musik wurde mit dem Preis der Dresdner Musikfestspiele 2000 und dem Händel-Preis der Stadt Halle 2004 gewürdigt.

Booklet for War & Peace - 1618:1918

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