Biography Alfred Gross


Alfred Gross
Der Cembalist, Clavichordist und Fortepianist Alfred Gross studierte in den späten 1960er- und frühen 1970er-Jahren an der Musikhochschule des Saarlandes, an der Universität des Saarlandes und an der Universität Tübingen Schulmusik, Kirchenmusik (Orgel bei André Luy, Cathédrale de Lausanne) und Musikwissenschaft (Ludwig Finscher, Georg von Dadelsen und Ulrich Siegele). Nach dem A-Examen wandte er sich den historischen Tasteninstrumenten zu und studierte Cembalo bei Henk Boumann (Musica Antiqua Köln), Don Franklin (Pittsburgh) und Gustav Leonhardt (Amsterdam). Konzerte führten ihn in zahlreiche europäische Länder und in die USA.

Für das Label Koch International spielte Alfred Gross mit dem Rundfunkorchester des Südwestfunks Händels Orgelkonzerte auf einem Claviorganum ein. Für Amati Records produzierte er die Reihe „Du clavecin au fortepiano“ und nahm C. P. E. Bachs „Sonaten, Fantasien und Rondos für Kenner und Liebhaberei“ für das Label Beyer-Records auf. Aus den Jahren 2019 und 2020 datieren CD-Einspielungen mit Tastenmusik aus der Hofkapelle Maximilians I. (Organum Classics) und Werke von Ludwig van Beethoven, gespielt auf einem Flügel von Dieudonné & Schiedmayer, Stuttgart, 1816 für die Schiedmayer Stiftung in Wendlingen.

Alfred Gross war Cembalolehrer an der Hochschule für Kirchenmusik Esslingen (später Tübingen), an der Universität Tübingen (in gemeinsamen Projekten mit Ulrich Siegele) und an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart (in Vertretung von Jon Laukvik).

Den Winter 2015 verbrachte Alfred Gross an der legendären Stanford-University in Kalifornien, wo er im Music Departement die Gelegenheit hatte, sich ausgiebig mit der Spieltechnik eines Cristofori-Fortepianos zu beschäftigen. Mit einem vielbeachteten Konzert auf diesem Instrument in der Knoll-Hall verabschiedete er sich von den dortigen Freunden der Alten Musik.

Im Froberger-Gedenkjahr 2016 war Alfred Gross gern gesehener Gast bei verschiedenen Konzertreihen und trat mit Vorträgen zu Frobergers Klangsymbolik in Erscheinung. Im Lexikon der Renaissancemusik schrieb er die einschlägigen Artikel über die besaiteten Tasteninstrumente und veröffentlichte zudem Aufsätze über Fragen zur Tempogestaltung und zuletzt einen Artikel mit dem Thema „C. P. E. Bach und das Clavichord“. Bei der Musikzeitschrift „Die Tonkunst“ rezensiert er regelmäßig Bücher und Noten aus dem Bereich der Alten Musik. Sein grundlegender Aufsatz mit dem Titel „In 26 Noten-Fällen ziemlich deutlich vor Augen und Ohren geleget – Symbolik, Abbildung und Nachahmung in Frobergers Cembalomusik“ erschien 2020 im Jahrbuch der Gesellschaft für Musikgeschichte Baden-Württemberg.



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