Bamberger Symphoniker & Jakub Hrůša
Biographie Bamberger Symphoniker & Jakub Hrůša
Die Bamberger Symphoniker
sind ein außergewöhnliches Orchester in einer außergewöhnlichen Stadt. Bamberg ohne seine Symphoniker, das wäre eine Stadt, der etwas Wesentliches fehlte, etwas Elementares, wie die Luft zum Atmen: Fast 10% der heimischen Bevölkerung sind Abonnenten in einer der fünf eigenen Konzertreihen. Hinzu kommen etliche, ebenfalls fast ausnahmslos ausverkaufte Sonderkonzerte, so dass im Schnitt jeder Bamberger Bürger einmal im Jahr ein Konzert seines Orchesters besucht.
Und doch sind die Bamberger Symphoniker weit mehr als das musikalische Zentrum der Stadt und der ganzen Region. Sie sind eines der reisefreudigsten Orchester Deutschlands überhaupt: Seit 1946 begeistern sie ihr Publikum weltweit mit ihrem charakteristisch dunklen, runden und strahlenden Klang. Mit weit mehr als 7.300 Konzerten in über 500 Städten und 63 Ländern sind sie zudem als Bayerische Staatsphilharmonie zum Kulturbotschafter Bayerns und ganz Deutschlands geworden und regelmäßig auf Tourneen z.B. in den USA, in Südamerika, Japan und China unterwegs.
Die Umstände ihrer Gründung machen die Bamberger Symphoniker zu einem Spiegel der deutschen Geschichte:
1946 trafen ehemalige Mitglieder des Deutschen Philharmonischen Orchesters Prag in Bamberg auf KollegInnen, die ebenfalls infolge der Kriegs- und Nachkriegswirren aus ihrer Heimat hatten fliehen müssen, und gründeten das »Bamberger Tonkünstlerorchester«, kurze Zeit später umbenannt in Bamberger Symphoniker. Ausgehend von dem Prager Orchester lassen sich Traditionslinien bis ins 19. und 18. Jahrhundert ziehen. Damit reichen die Wurzeln der Bamberger Symphoniker zurück bis zu Mahler und Mozart.
Mit dem Tschechen Jakub Hrůša, seit September 2016 fünfter Chefdirigent der Bamberger Symphoniker, spannt sich nun, mehr als sieben Jahrzehnte nach der Orchestergründung, wieder eine Brücke zwischen den geschichtlichen Wurzeln der Bamberger Symphoniker und ihrem Heute.
Jakub Hruša
Der aus Brno (Tschechien) stammende Jakub Hrůša ist Chefdirigent der Bamberger Symphoniker und Erster Gastdirigent sowohl der Tschechischen Philharmonie als auch des Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia. Zuvor war er Erster Gastdirigent des Philharmonia Orchestra.
Er gastiert am Pult von vielen der weltweit bedeutendsten Orchester, mit engen Beziehungen zu den Wiener, Berliner und Münchner Philharmonikern, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem Leipziger Gewandhausorchester, der Staatskapelle Dresden, dem Tonhalle-Orchester Zürich, dem Lucerne Festival Orchestra, dem Concertgebouw-Orchester, dem Orchestre de Paris, dem Orchestre Philharmonique de Radio France, dem NHK Symphony Orchestra und dem Mahler Chamber Orchestra sowie – in den USA – zum Cleveland Orchestra, dem New York Philharmonic Orchestra, dem Chicago Symphony Orchestra und dem Boston Symphony Orchestra.
Als Operndirigent leitete Jakub Hrůša in Neuproduktionen Die Sache Makropulos an der Wiener Staatsoper und am Opernhaus Zürich, Carmen und im Frühjahr 2022 Lohengrin am Royal Opera House, Covent Garden, sowie Rusalka an der Pariser Opéra. Als regelmäßiger Gast beim Glyndebourne Festival dirigierte er Vanessa, Das schlaue Füchslein, A Midsummer Night’s Dream, Carmen, The Turn of the Screw, Don Giovanni und La bohème; außerdem war er drei Jahre lang Musikdirektor von Glyndebourne on Tour.
Jakub Hrůša hat mit vielen herausragenden Instrumentalistinnen und Instrumentalisten sowie führenden Sängerinnen und Sängern zusammengearbeitet. Für seine Einspielungen erhielt er zahlreiche Preise und Nominierungen. Seine Aufnahme von Martinůs Violinkonzerten mit Frank Peter Zimmermann und den Bamberger Symphonikern wurde 2021 für einen Gramophone Award, seine Aufnahme von Dvořáks Violinkonzert mit Augustin Hadelich und dem BR-Symphonieorchester im selben Jahr für einen Grammy Award nominiert. 2020 wurden zwei seiner Aufnahmen – die Klavierkonzerte von Dvořák und Martinů mit Ivo Kahánek und den Bamberger Symphonikern und Vanessa aus Glyndebourne – mit BBC Music Magazine Awards ausgezeichnet. Zu den jüngsten Veröffentlichungen seiner Diskografie zählen auch Symphonien von Dvořák und Brahms mit den Bamberger Symphonikern, Josef Suks Asrael-Symphonie mit dem BR-Symphonieorchester und Dvořáks Requiem und Te Deum mit der Tschechischen Philharmonie.
Jakub Hrůša studierte Dirigieren an der Akademie der musischen Künste in Prag, wo Jiří Bělohlávek zu seinen Lehrern zählte. Er ist Präsident des International Martinů Circle und der Dvořák Society. Er erhielt als Erster den Sir Charles Mackerras Prize und wurde 2020 mit dem Antonín-Dvořák-Preis der Tschechischen Akademie der klassischen Musik sowie – gemeinsam mit den Bamberger Symphonikern – mit dem Bayerischen Staatspreis für Musik ausgezeichnet.
