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11.11.2016

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FLAC 44.1 $ 18.20
  • 1Adèle03:07
  • 2Cogne03:33
  • 3Madame tout le monde02:48
  • 4Sans tes mains03:33
  • 5La maison en bord de mer03:34
  • 6Embrasse03:31
  • 7Marre de mon amant03:24
  • 8Sans nous03:55
  • 9N'oublie jamais04:34
  • 10Le jour et l'heure03:26
  • 11La langue que je parle03:07
  • 12Ma météo personelle03:22
  • 13Ma tristesse est n'importe où03:43
  • Total Runtime45:37

Info for Adèle

Das Faszinierende an der außergewöhnlichen Karriere von Patricia Kaas ist, dass die Messlatte von Anbeginn an sehr hoch lag. Mit ihrem Debütalbum „Mademoiselle chante le blues“ gelang der französischen Sängerin 1988 ein Traumstart. Das millionenfach verkaufte Debüt machte Patricia Kaas auf Anhieb zum international gefragten Star. Zwei Jahre später brach sie dann mit gerade mal 24 Jahren zu ihrer ersten Welttournee auf, die 16 Monate dauern sollte. Heute ist Patricia Kaas ein nach wie vor gefeierter Weltstar, gleichwohl liegt es nun schon 13 Jahre zurück, dass sie ein ganz eigenes, für sie typisches Studioalbum aufgenommen hat. Sowohl das vorletzte Werk, „Kabaret“ aus dem Jahr 2009, das vornehmlich Lieder aus den 1930er Jahren enthielt, die Kaas in vier Sprachen interpretierte, als auch „Kaas chante Piaf“ (2012), ihre Hommage an die Chansonlegende Edith Piaf, waren thematisch und künstlerisch spezifisch betonte Projekte, die jeweils in zwei brillant inszenierten Bühnenshows mündeten, mit denen die französische Künstlerin im Anschluss auf Welttournee gegangen war.

Nach einer längeren Phase des privaten Rückzugs und in gewisser Weise der privaten wie künstlerischen Neuorientierung hatte sich Patricia Kaas einige wichtige Fragen gestellt: Wo stehe ich künstlerisch? Was ist der nächste Schritt? Wohin breche ich auf? Die Lösung bestand darin, sich einerseits musikalisch ein wenig mehr jener Musik anzunähern, die sie auch privat hört (wofür hier das Etikett Alternative genügen soll), und andererseits mit Songtextern und Komponisten zu arbeiten, mit denen sie noch nie zuvor gearbeitet hatte. Das gilt auch für die beiden Produzenten des Albums mit dem schlichten Titel „Patricia Kaas“: Jonathan Quarmby ist Brite und hatte zuletzt das gefeierte Debüt des in Paris lebenden, englischen Sängers Benjamin Clementine produziert. Und der in Berlin lebende Brite Fin Greenall (bekannt unter seinem Künstlernamen Fink) gab mit seinen vorzüglichen Arrangements einigen Songs eine stärker warmtemperierte Note. Tatsächlich verbreitet bereits der Opener „Adèle“ eine Americana-Atmosphäre, die vielleicht nicht zu erwarten war, aber mit der die Sängerin mit der nicht minder wohltemperierten Stimme locker alle Erwartungen übertrifft.

Thematisch betritt Patricia Kaas auf ihrem Album ebenfalls einige Male unbekanntes Terrain. Bereits im Vorfeld hatte sie sich auf die Suche nach Songs begeben, von denen sie – wodurch auch immer – berührt wird. Dass sie bei Songs über Inzest („La maison en bord de mer“) und häusliche Gewalt gegen Frauen („Cogne“) fündig werden würde, hätte sie selbst kaum gedacht – doch umso überzeugter ist sie von ihren Entscheidungen für diese Songs, die sie sich mit ihrer typisch intensiven Gesangsperformance zu eigen gemacht hat. Zweifelsohne begegnen wir auf dem neuen Album einer Sängerin, die sich künstlerisch neu justiert hat und mit Mut und Selbstbewusstsein neue Wege beschreitet. Aber wer das federleichte „Madame tout le monde“ oder das romantische „La langue que je parle“ hört, wird auch Nuancen der alten Patricia Kaas entdecken, die einer das Leben umarmenden Himmelsstürmerin.

Doch das Gewicht liegt eben auf dem neuen emotionalen Nervenkitzel wie er in „Sans Tes Meines“ zum Ausdruck kommt, einem chanson nouveau par excellence. Das schwierige Lebensgefühl in Frankreich nach den Attentaten im letzten und in diesem Jahr schwingt hingegen in dem Lied „Le Jour Et L’Heure“ mit, das sich auf jegliche Lebenssituation übertragen lässt, die einen Einschnitt im Leben auslöst. Neben einer Menge junger Autoren hat auch die belgische Gesangslegende Arno (der Tom Waits Europas) einen Song für Patricia Kaas geschrieben, worauf sie besonders stolz ist: „Marre de mont amant“ ist eine karge Klavierballade, die das Porträt von Liebenden in düsteren Stunden zeichnet. Es weht ohnehin ein etwas rauerer Wind durch die 13 Songs des Albums – und dass alles nicht so glatt poliert ist, darüber ist Patricia Kaas sehr glücklich. Spurenelemente von Jazz in dem mit vielen meteorologischen Metaphern aufgeladenen „Ma meteo personelle“, die Gesang gewordene Verträumtheit in „Sans Nous“ (die besonders von deutschen Fans so geliebt und bewundert wird), das von Gospel und Soul umgarnte „Embrasse“, die Eindringlichkeit von „Ne n’oubile jamais“: Es gibt viel zu entdecken auf „Patricia Kaas“, einem Album, das sich mit „Ma tristesse est n’importe ou“ eine ganz große Hymne auf die Melancholie für den Schluss aufgehoben hat. Was wäre die Kunst aber auch ohne Melancholie? Ein Trauerfall.

Patricia Kaas ist mit ihrem ersten großen Spätwerk ein großes dramatisches Werk gelungen, ein künstlerischer Aufbruch zu neuen Ufern, ein absoluter Glücksfall. Sie feiert am 5. Dezember 2016 ihren 50. Geburtstag. Am 10. Januar 2017 startet sie ihre Europatournee, die bis dato 75 Konzerte umfasst und bis Ende Juni läuft. Zehn Konzerte gibt Patricia Kaas allein in Deutschland.



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